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Diplomlehrgang oder Kurs? Was die Begriffe wirklich bedeuten

Kurs, Lehrgang, Diplom, Zertifikat klingen nach Abstufung, sind aber keine. Was sie aussagen, welche Zahl vergleichbar ist, und sechs Fragen an jeden Anbieter.

digitalworld Academy ·

Ein Diplomlehrgang ist in der österreichischen Erwachsenenbildung keine höhere Stufe als ein Kurs — es ist ein anderes Wort. Wer in der privaten Weiterbildung sucht, findet Kurse, Lehrgänge, Diplomlehrgänge, Zertifikatslehrgänge und Masterclasses nebeneinander, oft für dasselbe Thema und mit sehr verschiedenem Umfang. Die Begriffe sagen etwas über die Absicht des Anbieters aus, aber wenig über das, was man hinterher kann.

Das ist keine Kritik an der Branche. Es ist nur der Grund, warum man beim Vergleichen auf etwas anderes schauen muss als auf das Wort im Titel.

Was die Wörter tatsächlich meinen

Kurs und Seminar sind die schlichtesten Begriffe. Sie sagen: Hier wird etwas unterrichtet. Über Dauer, Tiefe und Abschluss sagen sie nichts. Ein Seminar kann ein Nachmittag sein oder zwei Wochen.

Lehrgang deutet auf mehrere aufeinander bezogene Teile hin — mehrere Themen, die zusammen ein Feld abdecken, statt eines einzelnen. Auch hier gibt es keine festgelegte Mindestdauer.

Diplomlehrgang ist ein Lehrgang, der mit einer Prüfungsleistung endet und dafür ein Diplom ausstellt. Das Wort „Diplom” meint hier die Urkunde des Instituts. Es ist kein akademischer Grad: Akademische Grade wie Bachelor oder Master vergeben ausschließlich Universitäten, Fachhochschulen und Privatuniversitäten, und sie sind gesetzlich geregelt. Ein Diplom aus der privaten Erwachsenenbildung steht daneben, nicht darüber oder darunter — es dokumentiert, was man bei diesem Institut absolviert hat.

Zertifikat wird für beides verwendet: für eine Teilnahmebestätigung ohne Prüfung und für eine bestandene Prüfung. Der Unterschied steht im Kleingedruckten, nicht im Wort.

Für den Beruf selbst spielt das eine kleinere Rolle, als viele annehmen. Digital Marketing Manager:in ist in Österreich kein geschützter Beruf. Es gibt keine Kammer, keine Zulassung und keinen vorgeschriebenen Ausbildungsweg. Im Bewerbungsgespräch wird nicht nach dem Titel gefragt, sondern danach, ob jemand eine Kampagne aufsetzen, eine Website sichtbar machen und eine Auswertung lesen kann. Die Ausbildung ist der Weg dorthin, nicht der Nachweis.

Die eine Zahl, die sich vergleichen lässt

Statt auf das Wort im Titel schaut man auf die Unterrichtseinheiten, kurz UE. Das ist die Währung der Erwachsenenbildung: die Anzahl der tatsächlich unterrichteten Einheiten.

Warum nicht die Dauer in Wochen? Weil „vier Wochen” alles Mögliche heißen kann. Vier Wochen zu zwei Abenden sind etwas völlig anderes als vier Wochen an vier Tagen pro Woche — beides darf sich „vierwöchiger Lehrgang” nennen. Erst die UE-Zahl macht zwei Angebote vergleichbar.

Ein Beispiel aus dem eigenen Haus: Unser Diplomlehrgang Digital Marketing Management dauert vier Wochen und umfasst 85 Unterrichtseinheiten — 16 Kurstage plus ein Abschlusstag, Montag bis Donnerstag. Wer nur „vier Wochen” liest, weiß nichts. Wer „85 UE” liest, kann rechnen.

Ein Haken dabei: Wie lang eine Unterrichtseinheit ist, ist nicht einheitlich geregelt. Übliche Werte sind 45 oder 50 Minuten, manche Anbieter rechnen mit 60. Eine UE-Zahl ist also erst dann vergleichbar, wenn man diese Angabe dazu hat — und die steht selten auf der Website. Bei uns ist eine Einheit 50 Minuten lang: Der Kurstag geht von 9:00 bis 14:00, davon sind 50 Minuten Pause, bleiben 250 Minuten für fünf Einheiten. Über alle 17 Tage ergibt das die 85 UE, also rund 71 Stunden Unterricht. Wer bei einem anderen Anbieter keine solche Rechnung bekommt, sollte nachfragen.

Sechs Fragen, die Klarheit schaffen

Wer bei zwei Angeboten schwankt, kommt mit diesen sechs Fragen weiter als mit jedem Prospekt:

  1. Wie viele Unterrichtseinheiten sind es, und wie lang ist bei Ihnen eine UE? Die zweite Hälfte der Frage ist die wichtigere.
  2. Wer unterrichtet, und was macht diese Person sonst? Ein Fach wie Digital Marketing verschiebt sich alle paar Monate. Wer es nicht selbst ausübt, unterrichtet den Stand von vorgestern.
  3. Findet der Unterricht live statt? „Online” heißt bei manchen Anbietern: aufgezeichnete Videos. Das ist etwas anderes als ein Raum, in dem man Fragen stellen kann.
  4. Wie wird abgeschlossen? Teilnahmebestätigung, Prüfung, Projektarbeit — und was davon steht am Ende wörtlich auf der Urkunde?
  5. Wie groß ist die Gruppe? Bei zwölf Personen ist Arbeiten am eigenen Projekt möglich, bei vierzig nicht.
  6. Was ist im Preis enthalten? Unterlagen, Prüfungsgebühr, Wiederholung im Fall des Falles.

Die vierte Frage ist die, die am häufigsten übersprungen wird, und die mit den größten Folgen. Wenn auf der Urkunde nur „Teilnahme” steht, ist es eine Teilnahmebestätigung — egal wie das Angebot beworben wurde. Bei uns steht der Wortlaut deshalb auf der Kursseite, bevor jemand bucht: Diplomlehrgang Digital Marketing Management, Berufsbezeichnung Digital Marketing Manager, abgeschlossen mit Diplomarbeit oder schriftlichem Test.

Und was ist mit dem AMS?

Eine Förderung ist keine Frage des Begriffs. Ob ein Angebot „Kurs” oder „Diplomlehrgang” heißt, entscheidet nicht darüber, ob es gefördert wird. Was zählt, ist die Einreichung und die Entscheidung der Beratung.

Klar gesagt: Unser Lehrgang ist beim AMS einreichbar; bei bewilligter Förderung übernimmt das AMS die Kurskosten zur Gänze. Über die Bewilligung entscheidet die AMS-Beratung, nicht die Academy. Wie der Weg dorthin abläuft, steht Schritt für Schritt auf der Seite zur AMS-Förderung.

Kurz gefasst

Das Wort im Titel ist Marketing. Die UE-Zahl samt Minutenangabe, die Vortragenden, die Gruppengröße und der Wortlaut auf der Urkunde sind die Substanz. Wer danach fragt, bekommt bei einem seriösen Anbieter binnen eines Tages eine Antwort — und bei einem unseriösen eine Broschüre.

Nächster Schritt

Dein Angebot ist in zwei Minuten angefragt.

Unverbindlich, kostenlos und ohne Verpflichtung. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden (Mo–Do) — mit einem Angebot, das du direkt beim AMS einreichen kannst.

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